Mit Fink in neue Höhen fliegen

Mit Fink in neue Höhen fliegen

Es ist warm und eine Autofahrt von 2 Stunden liegt vor mir. Es geht nach Münster in die Sputnikhalle. Ein Abend mit viel Gefühl, Charisma, Wärme und Takt erwartet mich.

Das Konzert von Fink fand am Mittwoch den 1. Juli 2015 statt. Seit 2007 kenne ich dieses Trio um Frontmann Finn Greenal schon und freue mich ihn endlich live erleben zu können. 2014 kam ihr Album „Hard Believer“ heraus, dass ihnen letztendlich einen großen Sprung im Bekanntheitsgrad verschaffte.

In dem alten, mit Graffiti besprühten Innenhof eines Industriegebäude warten schon die ersten Besucher. Eine schöne Mischung aus jung und alt, Alternativ und Mainstream, bunt und schwarz.

Die Sonne brennt gegen 20 Uhr noch so stark, dass ich froh bin das Gebäude zu betreten und es endlich los geht. Ich finde einen guten Platz direkt an der Bühne und stehe unmittelbar vor dem Schlagzeug der Band. Die Bühne ist angenehm klein und auch der Rest der Sputnikhalle ist überschaubar. Schwarze Wände, wenig Licht und warme stickige Luft. Die besten Voraussetzungen für einen hervorragenden musikalischen Abend.

Die Hintergrundmusik geht aus und es tritt eine junge fünfköpfige Band aus Basel auf die Bühne. „Serafyn“ nennt sich die Gruppe die sich mit zwei Cellos, Kontrabass, Gitarre, Perkussion und drei weiblichen Stimmen aufgemacht hat, ihre Songs und ihre Botschaft in die Welt zu tragen.

Durch Recherche im Internet über diese Gruppe habe ich erfahren, dass Fink selbst ein großer Fan von ihnen ist und ihren Song «Take To The Skies» mit seiner Community teilte. Da liegt es nur Nahe, dass sie Fink bei seiner Tour begleiten.

Mit dem ersten Ton des Cellos fühlte ich mich Willkommen in ihrer wunderbaren Welt, genieße ihre Pop-Folk Lieder und freue mich immer mehr auf den Hauptteil des Abends.

Das Licht geht an und der Umbau der Bühne beginnt. Kabel verlegen, Setlist fest kleben und die nötigen Instrumente in Position stellen. Neben dem Mikrofon von Finn Greenal finden 3 Akustikgitarren ihren Platz auf der Bühne. Ebenfalls zwei Elektrogitarren, ein Bass, ein Klavier, das erwähnte Schlagzeug und sogar ein Cajón stehen an ihren Plätzen.

Die Hintertür geht auf und die 5 Männer in ihren locker lässigen Jeans und dunklen T-shirts kommen auf die Bühne und nehmen an ihren Instrumenten platz. Das Publikum applaudiert und jubelt, das Licht geht aus und der Jubel wird noch lauter.

Die Gitarren und der Bass fangen an zu spielen und der Fink lässt uns abheben und träumen. Eine angenehme Ruhe und Kraft fliegt durch den Raum.

Sie begrüßen uns mit „Pilgrim“ und erfreuen mich damit schon sehr, denn es ist eines meiner Lieblingslieder von Fink. In diesem Lied ist alles was man braucht. Ruhe, Träumerei und Kraft. Ich kann nicht stehen bleiben und muss mich einfach dazu bewegen, auch wenn der Platz nur das nötigste zulässt. Wie der Titel schon sagt ist man plötzlich auf einer Reise, einer Reise in die Finkwelt.

Als nächstes wird „Warm Shadow“ von dem in 2011 erschienen Album „ Perfect Darkness“ gespielt. Von diesem Album sind weitere Lieder in ihrer Setlist vertreten. „Wheels“, „Berlin Sunrise“ und der gleichnamige Track „ Perfect Darkness“ sind bei den Fans bekannt und können ruhig schwingend mitgesungen werden.

„Hard Believer“ ist neben dem Titel der Platte auch ein weiter Ohrenschmaus der uns nach dem etwas älterem „Sort of Revolution“ ( 2009) gespielt wurde.

Die letzten beiden Alben, von bislang 10 veröffentlichten Platten, stehen den ganzen Abend im Vordergrund und geben eine abwechslungsreiche Stimmung.

Die Band hat einen tieferen und dunkleren Stil für sich entdeckt und finden sich somit im Folk-Blues und Indie-Rock wieder.

Nach circa 1,5 Stunden Konzert beginnt das letzte Lied am Abend. Es ist zugleich das älteste Lied, dass an diesem Abend gespielt wird. 2007 erschien das Album „Distance and Time“ auf dem neben vielen anderen großartigen Tracks auch „This ist the Thing“ ist. Ein Lied, dass im weiten Sinne von Trennung handelt. Einem unvermeidbaren Ende. Wie dieser Abend, der sich gerade mit kraftvollen Klängen verabschiedet.

Das Licht geht an und die 5 Männer treten nach vorne und bedanken sich bei ihrem Publikum. Der Applaus ist so schön, dass ich Gänsehaut bekomme.

Ich schaue ihnen hinterher bis sie die Hintertür wieder schließen durch die sie bekommen waren und der Abend so richtig begann.

Eine lange Fahrt und eine zu kurze Nacht liegen nun vor mir. Es hat sich allerdings gelohnt, denn ich habe einen Abend lang eine musikalisch geführte Gefühlsachterbahn erlebt, die mir keiner nehmen kann. Das Zusammen genießen der Musik mit den anderen Besuchern macht mir immer wieder Spaß und bereitet mir große Freude.

Ich sehe Menschen mit geschlossenen Augen und einem breiten Lächeln im Gesicht, Paare die sich umarmen und gemeinsam träumen, Augenpaare die Tränen verlieren, strahlende Gesichter, Gedanken die sich kreisen, Zufriedenheit, Kraft, Glück und Harmonie. Ich fühle die Hitze in der Sputnikhalle, den Bass der durch die Boxen drückt, die Nähe zu meiner Schwester, die mich heute begleitet, das kalte Getränk in meiner Hand, die Sehnsucht nach anderer Nähe, Zufriedenheit, Kraft, Glück und Harmonie

Ich sehe und fühle Fink.

Hört rein und fühlt ihn mit.

Eure Alexandra

 

Offizielle Seite & Facebookseite

FINK = Fin Greenal, der Frontmann (Lead-Gesang und akustische Gitarre ) und seine Kollegen Guy Whittaker (Bass), Tim Thornton (Schlagzeug und Gitarre) , sowie Unterstützer Chris Nicholls (Gitarre) und Ruben Hein (Klavier und Gesang).

 

 

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