84 Prozent der Bundesbürger haben mindestens ein altes Gerät / Knapp die Hälfte hat schon einmal ein Mobiltelefon entsorgt / 100 Millionen Alt-Handys liegen ungenutzt zu Hause

Rund 100 Million alte Mobiltelefone liegen derzeit ungenutzt in deutschen Schränken, Schubladen oder Kartons. Das hat der Digitalverband BITKOM auf Basis einer repräsentativen Befragung errechnet. Im Jahr 2010 waren es noch 72 Millionen Altgeräte, also rund 39 Prozent weniger als heute. "Die Verkaufszahlen von Handys und Smartphones steigen seit Jahren", sagt Isabel Richter, Umweltexpertin des BITKOM.

"Die Verbraucher wollen von den vielen Innovationen insbesondere bei Smartphones profitieren. Deshalb werden alte Geräte relativ häufig gegen neue ausgetauscht." Aktuell haben 84 Prozent der Bundesbürger mindestens ein unbenutztes Handy oder Smartphone zu Hause (2014: 75 Prozent), das sind 59 Millionen Menschen. 29 Prozent der Befragten horten sogar zwei ungenutzte Mobiltelefone (2014: 24 Prozent). 7 Prozent haben drei Alt-Geräte zu Hause (2014: 7 Prozent) und 5 Prozent sogar vier oder mehr Geräte (2014: 9 Prozent).

Nicht mal die Hälfte der Befragten (47 Prozent) hat schon einmal ein Mobiltelefon entsorgt. Davon haben 46 Prozent das Gerät weiterverkauft, 30 Prozent haben es verschenkt und 23 Prozent haben es zu einer Sammelstelle für Elektronikmüll gebracht. "Wer funktionstüchtige Handys weitergibt, leistet einen Beitrag zum Umweltschutz", sagt Richter. "Geräte, die nicht mehr benutzt werden können, sollten zu den kommunalen Sammelstellen für Elektronikmüll gebracht werden. Dort wird für die umweltgerechte Verwertung gesorgt."

BITKOM gibt Hinweise rund um die Entsorgung von Alt-Geräten

Entsorgung im Hausmüll verboten

Alte oder defekte Handys dürfen nicht in den Hausmüll geworfen werden. Das wissen inzwischen die meisten Bundesbürger. Nur noch 1 Prozent derjenigen, die schon einmal ein Handy entsorgt haben, gibt an, es auf diese Weise getan zu haben.

Entsorgung über Recyclinghöfe

Alte Handys können in den kommunalen Abfallsammelstellen kostenlos abgegeben werden. Die Standorte dieser Recyclinghöfe erfährt man bei seinem örtlichen, kommunalen Abfallwirtschaftsbetrieb. Von dort gehen die Geräte in die Verantwortung der Hersteller über, die für eine umweltgerechte Entsorgung oder Wiederaufbereitung durch zertifizierte Recyclingunternehmen sorgen.

Entsorgung über den Mobilfunkbetreiber

Alle großen Netzbetreiber nehmen Altgeräte per Post zurück. Dazu können die Kunden portofreie Versandumschläge im Internet anfordern oder im Handy-Shop abholen. Einige Betreiber nehmen alte Handys auch direkt in den Geschäften entgegen. Wer sein Gerät zurückgibt, tut damit gleichzeitig etwas Gutes: Für jedes eingesandte Mobiltelefon spenden viele Unternehmen einen Betrag an Umwelt-, Sozial- und andere Hilfsprojekte.

Entsorgung von defekten Akkus

Alt-Akkus und Batterien dürfen ebenfalls nicht in den Hausmüll geworfen werden. Wer seinen in die Jahre gekommenen Handy-Akku durch einen neuen ersetzt, muss den alten Akku ordnungsgemäß entsorgen. Dazu kann man ihn bei den örtlichen Recyclinghöfen abgeben oder dort zurückgeben, wo der neue Akku gekauft wurde.

Löschen privater Daten

Vor der Weiter- oder Rückgabe alter Handys sollten Nutzer private Daten wie das Adressbuch, Nutzerprofile von sozialen Netzwerken, Online-Banking-Zugänge oder auch Fotos und Videoclips löschen. Am einfachsten ist es, alle Nutzerdaten des Telefons über entsprechende Funktionen ("Zurücksetzen des Gerätes in den Auslieferungszustand") komplett zu löschen. Externe Speicherkarten sollten vor dem Entsorgen entfernt oder komplett mit einer speziellen Software gelöscht werden. Wer ganz sicher gehen will, dass die Daten einer externen Speicherkarte nicht wiederhergestellt werden können, sollte die Karte physisch zerstören, also beispielsweise zerschneiden.

Novellierung des Elektrogerätegesetzes

Ein Entwurf für eine Novellierung des Elektrogerätegesetzes sieht vor, dass künftig auch der Elektronikhandel bei der Rücknahme von Altgeräten stärker in die Pflicht genommen wird. So sollen unter anderem Geschäfte mit einer Elektro-Verkaufsfläche von über 400 Quadratmetern laut der Novelle verpflichtet werden, kleine Geräte bis zu einer Länge von 25 Zentimetern kostenlos zurückzunehmen. Das Gesetz ist noch nicht verabschiedet. Zu den Details der Novellierung veranstaltet der WEEE-FULL-SERVICE der Bitkom Servicegesellschaft gemeinsam mit der stiftung ear, dem Zentralverband Elektroindustrie, der Stiftung Gemeinsames Rücknahmesystem Batterien und den Industrie- und Handelskammern eine Roadshow, die im Juni und Juli 2015 deutschlandweit in verschiedenen Städten stattfinden wird. Termine und Anmeldung: www.elektrog2-roadshow.de

Hinweis zur Methodik: Die Angaben basieren auf einer repräsentativen Umfrage, die BITKOM Research in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut Aris durchgeführt hat. Dabei wurden 1006 Personen ab 14 Jahren zum Besitz und zur Entsorgung von Altgeräten befragt.

erschienen am: 2015-04-07 im europaticker

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Sonderausstellung Tulpen

Eröffnung am 10. April um 18 Uhr in der Evenburg / Im Schloss zu sehen bis 21. Juni Die diesjährige Saison der Sonderausstellungen im Schloss Evenburg beginnt mit einer ganz besonders interessanten Kombination von Künstlern. Thematisch passend zum Frühlingsfest, das unter dem Thema „Tulpe“ steht, hat sich ein freier Zusammenschluss von niederländischen und deutschen Kunstschaffenden gefunden, um Werke zu eben diesem Thema zu erstellen. So unterschiedlich die Künstler, so unterschiedlich sind auch die Werke, die bei der Auseinandersetzung mit den Tulpen entstanden sind. Interessierte sind zur Ausstellungseröffnung am 10. April um 18 Uhr ins Schloss Evenburg herzlich eingeladen. Die Ausstellung wird bis zum 21. Juni 2015, während der üblichen Öffnungszeiten täglich von 10 bis 18 Uhr, zu besuchen sein. Kontaktdaten: Landkreis Leer Bergmannstraße 37 D-26789 Leer

Gemeinsam für eine starke Jugend

27 Jugendliche ließen sich in den Osterferien in Mitling-Mark schulen Selbst in den Osterferien ließen sich 27 engagierte Jugendliche aus dem Landkreis Leer nicht davon abhalten, an einer siebentägigen Juleica-Schulung erfolgreich teilzunehmen. Unter dem Motto „Gemeinsam für eine starke Jugend!!!“ starteten die Präventionskräfte der Gemeinden Westoverledingen und Uplengen in Kooperation mit der Kinder- und Jugendförderung des Landkreises Leer gemeinsam eine Schulung für engagierte Jugendliche ab 15 Jahren zum Erwerb der Jugendleitercard, kurz Juleica. Ange­­­­­­sprochen waren alle Jugendlichen, die sich in Jugendhäusern oder in Vereinen, Verbänden oder Kirchen engagieren wollen. „Wir waren eine super coole Truppe. Es war echt eine lustige und interessante Woche“, so der 20- jährige Sönke aus Weener. Binnen kurzer Zeit wuchsen die sozial engagierten Jugendlichen zu einer sehr guten Gruppe zusammen und ließen sich auf die große Methodenvielfalt, die diese Schulung auszeichnet, ein. Der praxisnahe Grundlehrgang, der unter anderem eine Schulung an den Eventgeräten des Landkreises wie Bungee-Run, Tobewurm und Sportmobil beinhaltete, fand in der Zeit vom 25. bis 31. März im Alten Pfarrhaus in Mitling-Mark statt. Das inhaltliche Themenspektrum, das methodisch durch Rollen- und Planspiel oder Gruppenarbeit behandelt wurde, bezog sich auf das Selbstverständnis als Gruppenleiter, Persönlichkeitsbildung, Grundlagen des Projektmanagements, Ziele und Aufgaben der Jugendarbeit, Recht und Aufsichtspflicht und praktische Anregungen für die Jugendarbeit wie Teamarbeit, Abenteuer-, Spiel- und Gruppenpädagogik, Freizeitenplanung und geschlechtsspezifische und interkulturelle Aspekte der Jugendarbeit. „Wir möchten den Jugendlichen methodisch und inhaltlich die Vielfalt der Jugendarbeit und Präventionsarbeit aufzeigen und erlebbar machen“, fassten die Präventionskräfte Hendrik Rubien und Gerd Ihben-Djürken übereinstimmend zusammen. Juleica Die „Juleica” (Jugendleitercard) ist der bundesweit einheitliche Ausweis für ehrenamtliches Engagement in der Jugendarbeit: Die Juleica bescheinigt, dass sich der Jugendleiter in einer mindestens 50-stündigen Ausbildung auf die ehrenamtliche Tätigkeit in der Jugendarbeit vorbereitet hat. Jugendleiter sind in Kinder- und Jugendgruppen, Projekten, Ferienfreizeiten, Kinder- und Jugendzentren, Seminaren und Veranstaltungen aktiv. Alleine in Niedersachsen besitzen etwa 25.000 Jugendleiter diesen Qualifikationsnachweis. Kontaktdaten: Landkreis Leer Bergmannstraße 37 D-26789 Leer